Paetzilore denkt nach…

Paetzilore_denkt_nach6Ich bin mit meinem Telefon verwachsen. Ich denke nicht, dass ich überdurchschnittlich oft im Internet bin. Trotzdem kann ich noch nicht mal einen Film schauen, ohne mindestens alle 15 Minuten zum Handy zu greifen.
Dabei gehe ich nach einem strengen Ritual vor:

  • Erst Instagram (gibt es neue Likes? Oder Beiträge von anderen? „Oh lecker, bei ihr gibt es heute Pizza“)
  • Danach Facebook: Hier bin eher voyeuristisch veranlagt. Selbst nicht aktiv, schaue ich ständig, was andere posten. Die meiste Zeit rege ich mich zusätzlich darüber auf, dass die Mütter auf Facebook nur Babykram posten („Ist mir doch egal, wenn das Kind Zähne bekommt“), die frisch Verliebten Liebes-Quatsch und der Rest darüber schreibt, was es zum Abendessen gibt.  (Was seltsamer Weise auf Instagram funktioniert (Fotos von Essen), finde ich auf Facebook gnadenlos und besorgniserregend langweilig). Manchmal habe ich sehr rebellische Gedanken und überlege, meinen Account zu löschen, weil ich keine Lust mehr auf den Quatsch habe. Aber dann würde ich die ganzen Babyposts und dämlichen Zitate und Wohnungsgesuche für befreundete Bekannt verpassen.
  • Danach kommt WordPress (Blog-Statistik, neue Kommentare?).
  • Emails folgen („oh, ein neuer Newsletter von Zalando“)
  • Und zum Schluss, je nach Belieben, schaue ich nochmal bei Xing vorbei („Mensch, der hat aber viele neue Kontakte“).

Sogar wenn ich mich mit Freunden treffe, ist mein Handy immer ganz nah bei mir. Natürlich nur, um Fotos von dem gemeinsamen Essen auf Instagram zu posten.
Typischer Tagesablauf in Handystationen:

  • Nach dem Aufstehen, erstmal das Handy.
  • Nach der Dusche schreibe ich meiner Kollegin oder sie mir („heute eine Bahn später? Wollen wir uns Frühstück in der Kantine holen?“).
  • Während ich auf die Bahn warte, checke ich wieder Instagram und Facebook. Früher habe ich geraucht, um die Zeit zu überbrücken, heute eben so.
  • Nach Feierabend in der Bahn dasselbe Spiel, nur mit mehr Inhalt, weil die Zeitspanne, in der ich nicht reingeschaut habe, größer ist.
  • Danach zu Hause wieder: Handy checken, diesmal mit mehr Freude, da das Internet zu Hause schneller ist.
  • Beim Fernsehen: minütlicher Griff zum Handy.
  • Vor dem Schlafengehen dann nochmal in aller Ausführlichkeit.

Und während ich das so schreibe und den Tag reflektiere, kriecht mir ein gruseliges Gefühl den Nacken hoch, weil mir trotz allem nie bewusst war, wieviel Zeit am Tage ich im Internet verbringe. Die Krönung des Ganzen: Ich finde das alles sehr grenzwertig, habe aber nicht den Hauch von Interesse, daran etwas zu ändern.

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4 Gedanken zu „Paetzilore denkt nach…

  1. Oh je, jetzt versuch ich grade mal zu rekapitulieren, welches Ritual ich Smartphonemaßig habe. Ziemlich ähnlich. Und auch erschreckend oft … Instagram, Facebook, Bloglovin … Immer wieder das Gleiche Ritual. Immer wieder andere Bilder, Infos, Posts … Aber ich mag es … Fühl mich dafür aber auch irgendwie komisch … Zumal man so ja eigentlich keine wirkliche Ruhe in sich hinein bekommt.

  2. Boah, bin ich froh, dass ich kein Smartphone habe! Und damit auch kein Instagramm! Ich denke, mir würde es irgendwann ähnlich gehen. Denn wenn ich zu Hause bin, bin ich am Laptop auch dauer-online. Ohje, ich hoffe, meine alte Möhre von Handy (telefonieren und SMS schreiben funktionieren einwandfrei) hält noch lange durch, sodass ich mich vorm Smartphone drücken kann!
    Und wenn du nichts ändern willst, dann ist das ja auch ok so. Erst wenn man anfängt, zu meckern und dann nichts zu ändern, ist es höchste Eisenbahn!
    Liebste Grüße

  3. Ich musste gerade so lachen! Mir geht es exakt genauso. Manchmal wird mir zwischendurch so bewusst, dass ich echt oft mit dem Handy „rumspiele“, bin dann von mir selber angenervt und denk mir dann wieder, ja was soll ich denn auch groß machen wenn ich hier eh auf den Bus warte? Herrlich. Irgendwie nervt es echt. Aber ich versuch dann zumindest immer das Ding liegen zu lassen wenn ich mit ner Freundin Kaffee trinke oder so. Also den Kaffee fotografier ich dann noch schnell 🙂 Aber dann geht das Handy zur Seite.
    Liebe Grüße!

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