Paetzilore denkt nach…

Paetzilore_denkt_nach2Vor kurzem habe ich mich ja wagemutig getraut, mal nicht übers Shoppen, Styling oder Schminke zu bloggen. Ich mochte es, mal über etwas anderes zu schreiben und ihr anscheinend auch (in erster  Linie vielleicht auch wegen des bis heute ungelösten Rätsels um den Suchbegriff „Sex heimlich Kaffee“). Also habe ich mich für eine Fortsetzung entschieden. Natürlich ist mir klar, dass der zweite Teil häufig nicht so gut ist wie der erste (man denke nur an den zweiten Teil von „Guck mal wer da spricht“, der dem ersten Teil um Längen unterlegen war).
Heute geht es ums Älterwerden, genau genommen ums 30sein.  Nun bin ich ja Ende des letzten Jahres 30 geworden, was ich einerseits irgendwie gut fand, andererseits aber auch besorgniserregend. Ich frage mich häufig, wo zum Teufel die letzten 5 Jahre hin sind. Auf einmal wacht man auf, hat einen Job, eine eigene Wohnung und Falten.
Ach so, es sind nicht nur die Falten, die das Älterwerden mit sich bringen: Zum Beispiel passiert es mir manchmal, dass ich einen Film schaue und nicht genau weiß, ob ich ihn schon mal gesehen habe. Auch machen sich schon erste Verschleißerscheinungen bemerkbar, z.B. bekomme ich Muskelkater, wenn ich flache Schuhe trage, da meine Füße sich an die täglichen hohen Hacken gewöhnt haben.
Das hört sich nun alles ziemlich unsexy an, ist aber halb so wild, weil 30sein auch irgendwie echt gut ist:
Zum Beispiel habe ich ja sehr seltsame Dinge studiert (Germanistik und Kunstpädagogik). Auf die Frage, was ich denn mal arbeiten wolle, habe ich meistens mit einem Achselzucken geantwortet. Mittlerweile habe ich den zweiten Job nach dem Studium, eine Berufsbezeichnung und ein Jobprofil. Das macht mich froh und entspannt, weil ich immer dachte, ich würde als arbeitslose World of Warcraft-Zockerin enden (nichts gegen WoW, das ist nur ein dahin geworfenes Beispiel. Ich selbst habe World of Warcraft übrigens noch nie gespielt, denke aber, dass es mir gefallen könnte).
Ein weiterer Vorteil liegt eindeutig auf der Hand: In meinen 10 Jahren als Erwachsene (ich lege jetzt einfach mal das variable Alter 20 als Eintritt ins Erwachsensein fest. Auch hier nur ein Beispiel) habe ich eine beachtliche Schuhsammlung angehäuft, die mich sehr glücklich und äußerst flexibel in der Kombination meiner Outfits macht.
Auch weiß ich mittlerweile, welche Sachen mir absolut und gar nicht stehen und was ich trotz Trends überhaupt nicht ausprobieren muss (Pastellgelb, kurze Shorts, Bauchfrei). Auch das ist durchaus ein Vorteil, denn so erspare ich mir beim Shoppen die Enttäuschung, mich in der neonausgeleuchteten Umkleidekabine in kurzen Shorts mit einem pastellgelben, bauchfreien Top sehen zu müssen.

Wie dem auch sei, ich bin jetzt seit einem halben Jahr 30 und musste feststellen: so schlimm und scheiße ist es gar nicht. Trotzdem fürchte ich mich übrigens ein wenig vor der 31.

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16 Gedanken zu „Paetzilore denkt nach…

  1. Ein wunderbarer Artikel. Ich bin jetzt schon WoW-Zockerin, hoffe aber, dass ich trotzdem einen Job finden werde 😀 Und ich kann dich verstehen… ich bin zwar ‚erst‘ 23, kann deine Gedanken aber gut nachvollziehen. Bei der Schuhsammlung musste ich grinsen – ich hoffe, bei mir sammeln sich noch ein paar an, ich hab vielleicht 15 wenn’s hochkommt. Danke fürs Teilen deiner Einsichten 🙂

    • Danke, du Süße! ❤
      Mit 23 schon 15Paar Schuhe: Da wirst du mit 30 mindestens 60Paar haben, glaube mir 😉 Seitdem ich nicht mehr studiere, hat mein Schuhkonsum drastisch zugenommen 😀 Und ich bereue keines von den Paaren, die ich hier habe 😉
      Und yeah: WoW find ich aus der Ferne ziemlich gut!

      • Es ist auch super – ich bin aber auch sehr gemäßigt 😉 Zwei Monate im Jahr, maximal. Bin auch ein totaler Mädchen-Zocker (= ich mag die Landschaft, ich halte an wenn ich ein putziges Tierchen sehe… 😉 ) Suchtfaktor ist schon da, aber es ist definitiv kein hirnloses Ballerspiel.

  2. Ich finde den zweiten Teil deiner Gedanken genauso lesenswert, wie den ersten – und deine Frage: wo sind die letzten 5 Jahre hin? Die ist so gut! Ich finds toll, sich mit 30 mal im Leben einzuordnen, zu wissen, wo man steht. Und vor der 31 sollte es dir nicht gruslig sein, im Gegenteil: ist ein tolles Lebensjahr. Wie eigenlich jedes, seitdem ich jenseits der 30 angekommen bin 🙂 Liebe Grüße & genieß die Tage

  3. Schöner Beitrag 🙂
    Ich bin auch 30 und werde dieses Jahr 31, was mich auch ein wenig mehr stört. Mir ist die Zahl 30 einfach sympathischer, 31 spricht sich auch so lang…
    Aber wenn ich mal zehn oder fünf Jahre zurückdenke, dann würde ich mit damals nicht tauschen wollen. Ich bin zufrieden mit diesem Alter. Hat auch eine Menge Vorteile.

    • Da hast du recht: 24 würde ich jetzt auch nicht mehr sein wollen, irgendwie. 31 finde ich ein bisschen gruselig. 30 ist noch was Besonderes, das wird groß gefeiert und so. 31, dagegen, ist der volle Schritt rein in die 30er. Vor 35 habe ich Angst, glaube ich. 😉

  4. Ein toller Artikel! Ich habe mich so wieder gefunden in deinen Worten! Denn die zarte 30 habe auch ich letztes Jahre geknackt.
    Liebste Grüße

  5. Danke für diesen Artikel! Ich bin jetzt seit genau einer Woche 30 und du sprichst genau meine Gedanken aus. Die Zahl ist zwar noch sehr ungewohnt, aber ansonsten steht man einfach ganz anders und entspannter im Leben als fünf Jahre zuvor.
    Mach bitte weiter so!
    Liebste Grüße von Susann 🙂

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